Sehr geehrte Stadträte der AfD-Stadtratsfraktion,
die Superintendentin lud Oberbürgermeister Tim Lochner, Bürgermeister Markus Dreßler und alle Stadträtinnen und Stadträte für den 13. August dazu ein, das Bauvorhaben der Kirchturmsanierung St. Marien vorzustellen. Im Zusammenhang mit der begonnenen Sanierung des Turmes wurde seitens der Kirchgemeinde ein Spendenprojekt gestartet.
Sie haben als Stadtratsfraktion entschieden, dieser Einladung nicht zu folgen.
Am 9. Juli begründen Sie dies auf Ihrer Homepage auf irritierende und die Tatsachen verdrehende Art und Weise. Sie verunglimpfen dadurch die Repräsentanten der Kirche in Pirna. Demzufolge sehen wir uns veranlasst, dazu Stellung zu nehmen und einiges klar zu stellen.
Zunächst:
Die Vertreter der Evangelischen Kirche vertreten christliche Positionen und nicht politische Positionen, wie Sie schreiben.
Christliche Nächstenliebe und etliche Positionen, die von Ihrer Partei propagiert werden, schließen sich aus.
Die Kirche zeigt ihre wertschätzende Haltung allen Menschen gegenüber, unabhängig von Religion und Herkunft und unabhängig von sexueller Identität und Orientierung. Sie schließt damit keineswegs Ihre Wähler und Wählerinnen aus, wie Sie es ihr vorwerfen. Im Gegenteil, sie zeigt immerzu ihre Achtung vor allen Menschen. Sie grenzt sich aber im christlichen Sinne von einer menschenfeindlichen Haltung ab.
Ihre ausländerfeindliche und homophobe Haltung hingegen machen Sie im Stadtrat und im Internet durch Ihr Antrags- und Abstimmungsverhalten deutlich (Markt der Kulturen, Demokratie-Projekte der Aktion Zivilcourage, Regenbogenfahne).
Die Einladung an Sie ist ein Zeichen von respektvollem Umgang und gegenseitiger Achtung seitens der Kirche. Werfen Sie ihr nicht das Gegenteil vor! So schließen Sie sich selbst aus.
Und noch etwas ist uns wichtig zu betonen: Die Marienkirche gehört zu Pirna. Sie prägt das Stadtbild, ist Ort für Konzerte und Veranstaltungen und sie ist Ort der Religionsausübung evangelischer Christinnen und Christen. Auch die wachende Funktion des Türmers war selbstverständlich eine städtische Aufgabe. Die Kirche ist touristischer Magnet und soll auch zu diesem Zweck weiterentwickelt werden. Diese Bedeutung sollte allen Stadträtinnen und Stadträten bewusst sein.
Mit Ihrer Haltung ziehen Sie sich aus der Verantwortung für den Kirchturm. Gleichzeitig bremsen Sie die Spendenbereitschaft Ihrer Wählerinnen und Wähler, die sich mit der Kirche verbunden fühlen.
Wir wünschen uns von Ihnen künftig einen respektvolleren und fairen Umgang.
Im Namen vom Bündnis Solidarisches Pirna
Alexander Henkel
Thomas Kalina
Burkhard Huth
Susanne Huth
Janine Henkel
Lea Felicia Kubitz
Susanne Kolitsch-Molín
Radek Molín
Bernhard Günther
Imke Günther
Luise Hampel